Das ist der aktuelle TREFF.Heimat 2026

Das ist der aktuelle TREFF.Heimat 2026

TREFF.Heimat

  • für ehemalige Südtiroler im Ausland, die wieder nach Südtirol gezogen sind
  • Südtiroler die zwischen der alten und neuen Heimat pendeln
  • Südtiroler in der Welt / Südtiroler Heimatferne, die sich zeitweilig (auch aus Urlaubsgründen) in Südtirol aufhalten

Das erwartet Sie …

  • Themenveranstaltungen, Ausflüge, Besichtigungen
  • Information und Rat zur Rücksiedlung
  • Erfahrungsaustausch

Wir freuen uns auf Sie!

Information und Auskünfte:
Südtiroler in der Welt – Arbeitsstelle für Heimatferne
Pfarrplatz 31, 39100 Bozen
Tel. +39 0471 309176
Email: info@suedtirolerinderwelt.org
Hier geht´s zum Flyer 

Für das vollständige Programm

Berichte der Veranstaltungen:

In seinen Vortrag berichtet Landesrat Dr. Hubert Messner über die Herausforderungen im Gesundheitswesen. Er weist auf die demographischen Veränderungen der Gesellschaft und der damit verbundenen steigenden Kosten hin.

Im Jahr 2024 wurden über 125 Millionen Euro für Direktkäufe von Medikamenten ausgegeben – ein Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr, mit weiterhin steigender Tendenz.

Dr. Messner betont, dass der Geburtenrückgang bei gleichzeitig höherer Lebenserwartung und die damit verbundene Zunahme chronischer Krankheiten das System vor eine Belastungsprobe stellt.

Ein Lichtblick bleibt die Notfallversorgung in Südtirol, die in Vergleichsstudien (wie jener der Sant’Anna-Schule in Pisa) regelmäßig Spitzenwerte erzielt. Dr. Messner hebt hierbei besonders die tragende Säule des Ehrenamts hervor. Die unzähligen freiwillig geleisteten Stunden der Bürger ermöglichen unter anderem die hohe Qualität der Erstversorgung.

Um die Krankenhäuser zu entlasten und die langen Wartezeiten abzubauen, setzt das Land auf wohnortnahe Gemeinschaftshäuser. Diese neuen Anlaufstellen sollen die primäre Versorgung sicherstellen.

Messner appelliert auch eindringlich auf die Eigenverantwortung jedes Einzelnen durch einen gesunden Lebensstil, die Teilnahme an Präventionsprogrammen und auf Aktivität durch Bewegung, um die eigene Gesundheit zu fördern.

Trotz der technologischen und finanziellen Anforderungen bleibt das Credo des Landesrates unverändert: Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen. Eine bedarfsgerechte Versorgung muss für jeden Bürger garantiert bleiben. Seine Vision ist ein effizientes Gesundheitswesen, das nicht nur Patienten optimal versorgt, sondern auch ein attraktives Arbeitsumfeld bietet, in dem das Personal gerne tätig ist.

Luise J. Pörnbacher

Vom Künstlertreff zur Braukultur

Das Batzen Häusl in Bozen ist weit mehr als nur ein Wirtshaus; es ist ein pulsierendes Denkmal Südtiroler Gastlichkeit.

Seit dem Jahr 1404 steht das Batzen Häusl an seinem Platz und wird seither ohne Unterbrechung als Wirtshaus geführt, was es zu einem der ältesten Betriebe Südtirols macht. Ursprünglich als Klosterschänke vom Deutschen Orden gegründet, profitierte das Haus von seiner strategischen Lage. Direkt beim heutigen Kreisverkehr (Löwengrube) befand sich einst der Zoll. Da das Batzen Häusl kurz vor dem Stadttor lag, genoss es den Status einer „Steuerfreizone“. Reisende und Fuhrleute kehrten hier ein, um für einen schmalen „Batzen“ (vier Kreuzer) Speis und Trank zu erstehen – ein Umstand, dem das Haus seinen Namen Batzen Häusl (italienisch: Cà de Bezzi) verdankt.

Im 19. Jahrhundert wandelte sich das Haus zum internationalen Künstlertreff. Berühmtheiten wie der Maler Franz von Defregger gehörten zu den Stammgästen. Der Wirt verköstigte die Künstler großzügig, die im Gegenzug mit ihren Werken bezahlten. So entstand im Laufe der Zeit eine Sammlung von über 200 Kunstschätzen. Viele davon sind auf Schloss Prösels aufbewahrt. Noch heute zeugen die vielen eingravierten Initialen in der Künstlerstube im zweiten Stock von der prominenten Gästeliste vergangener Tage.

Mit der Eröffnung des Batzen Bräu im Jahr 2012 kehrte das Handwerk in das historische Gemäuer zurück. Mit einer Jahresherstellung von rund 5.000 Hektolitern produziert Batzen Bräu in einem ganzen Jahr das, was große Industriebrauereien an einem einzigen Tag herstellen.

Basierend auf den 4 Grundelementen der Bierherstellung wie Wasser, Hopfen, Hefe und Malz werden hier unter Verwendung von hochwertigen regionalen Produkten verschiedene Biere von feinster Qualität hergestellt.

Kurz gesagt: Das Industriebier ist das Werkzeug (Durstlöscher), das Batzen-Bier ist das Werkstück (Genussmittel).

Heute ist das Batzen Häusl ein Ort, der Tradition und Moderne verbindet: Ein historischer Treffpunkt, der täglich von 11:00 Uhr bis 01:00 Uhr nachts (ohne Ruhetag) warme Küche bietet und mit seinen verschiedenen Eigenbieren die Südtiroler Wirtshauskultur in das 21. Jahrhundert trägt.

Ein herzliches Dankeschön an Braumeister Christian Pichler für die großartige Brauereiführung! Dank seiner Fachkenntnis und Präzision fühlen wir uns nun fast selbst wie kleine Biersommeliers und ein Dankeschön auch an Michaela MünsterRöggl für die Vermittlung dieser Führung.

Luise J. Pörnbacher

                                              

Haus Guggenberg:
Vom Pionier-Kurbad zum sozialen Leuchtturmprojekt
Zu unserem monatlichen Treffen folgten wir einer besonderen Einladung: Ingo Kirchler, Koordinator des Hauses Guggenberg hieß uns im geschichtsträchtigen Haus willkommen. Er nahm uns mit auf eine faszinierende Zeitreise von 1890 bis in die heutige Zeit und führte uns durch das Haus und die weitläufigen Anlagen.
Das Haus Guggenberg, 1890 von Otto von Guggenberg (dem ersten Bürgermeister der Stadt) gegründet, war einst touristischer Vorreiter. Gemeinsam mit dem Hotel Elefant prägte es den frühen Tourismus und lockte mit seiner berühmten Kneipptherapie – Otto war eng mit Sebastian Kneipp befreundet – jährlich bis zu 20.000 Gäste nach Brixen.
Nach glanzvollen Zeiten wurde es in den 1990er Jahren schwierig für klassische Wellness-Betriebe. Trotz der Bemühungen der Seniorchefin Gertrud von Guggenberg und ihrer sechs Kinder konnte der Kurbetrieb ab 2012 nicht mehr gehalten werden.
Ein primär geplantes Reha-Projekt mit der Brixana scheiterte an baulichen Details.
2018 drohte das Anwesen, das idyllisch und verkehrsruhig zwischen Rienz und Eisack im ältesten Teil Brixens liegt, zum Spekulationsobjekt zu werden. Investoren standen „mit Geldkoffern“ bereit.
Hier schritt die Stiftung Südtiroler Sparkasse unter Präsident Konrad Bergmeister ein und erwarb das Haus – ein starkes Zeichen für das soziale Engagement in Südtirol. Die ursprüngliche Idee eines Altersheims wurde zugunsten eines modernen Mehrgenerationenhauses verworfen, inspiriert von Vorbildern aus Dänemark, Deutschland und der Schweiz, sowie dem „Lebensraum“ in Meran.
In einer Stadt wie Brixen, wo Quadratmeterpreise bei 14.000 Euro liegen und Kaltmieten für 40 m² oft 1.200 Euro erreichen, schafft das Haus Guggenberg eine dringend benötigte Alternative.
Ingo Kirchler erklärte uns das heutige Konzept:
Generationen-Mix: In 45 Zimmern und 6 Wohnungen leben Studenten, Senioren, Fachkräfte aller Art und Familien bunt gemischt.
Gemeinschaft statt Einsamkeit: Gegen die „Volkskrankheit Isolation“ setzen sich zwei Koordinatoren auf ein aktives Miteinander in Gemeinschaftsküchen und Begegnungsräumen ein.
Faires Wohnen: Die Mieten (ca. 350–700 € inkl. Nebenkosten) orientieren sich am Landesmietzins. Getragen von Kolping (90%) und b*coop (10%), wirtschaftet das Haus ohne Profitgier.
Ein lebendiges Dorf unter einem Dach – auch ein Ruhepol im Herzen der Stadt
Besonders beeindruckt hat uns auch das weitläufige Außenareal. Der Park ist eine grüne Oase der Ruhe, in der aktuell ein neuer Spazierweg bis hin zur Seeburg geplant ist. Auch das hauseigene Bistro lädt ohne Konsumzwang zum Verweilen ein – ein öffentlicher Raum, der allen Bürgern offensteht.
Ein ganz besonderer Dank gilt Ingo Kirchler, der uns herzlich empfangen und mit seiner Begeisterung angesteckt hat. Er hat uns gezeigt, dass das Haus Guggenberg heute wieder das ist, was es 1890 war: Ein Ort der Heilung – damals für den Körper durch Kneipp, heute für die Seele durch Gemeinschaft.

 

Der diesjährige Mai-Termin von „Treff Heimat“ fiel auf den 14. Mai – traditionell Christi Himmelfahrt und für unsere Rückkehrer aus Deutschland gleichzeitig Vatertag. Ein doppelter Grund zur Freude und der perfekte Anlass für einen gemütlichen gemeinsamen Nachmittag.

Das Ziel unseres Ausflugs war die traditionsreiche Lederhosenmanufaktur Ventura in Salurn. Die Brüder Norman und Thomas Ventura führen den Betrieb im historischen Ansitz Liebenstein, mitten im Salurner Dorfzentrum. Sie führen die derzeit einzige Lederhosenschneiderei in Südtirol, die dieses Handwerk noch in seiner ursprünglichen Form pflegt.

Die Geschichte des Hauses reicht weit zurück: Im Jahr 1895 legte Ur-Ur-Großmutter Amalia mit einem kleinen Stoffgeschäft den Grundstein und schneiderte bereits damals Kleider. Während sich die Schneiderei auch heute noch im ersten Stock befindet, liegt der Fokus des Hauptgeschäfts mittlerweile auf maßangefertigten Lederhosen aus feinstem Hirschleder, veredelt mit fachgerechter Stickerei nach Kundenwunsch.

Auch edle Trachtenmode, klassische Sarner Jacken und hochwertige Lederhosenträger gehören zum Sortiment.

Schnell wird dem Besucher klar, dass echtes Südtiroler Handwerk weit mehr ist als nur Arbeit. Alte Schablonen und historische Werkzeuge geben faszinierende Einblicke in die Geschichte der Südtiroler Trachtenschneiderei.

Das gesamte Ambiente zeigt, dass hier in jahrelanger, liebevoller Arbeit gelebte Traditionen aus der „guten alten Zeit“ unserer Heimat zusammengetragen wurden. In den weitläufigen Räumlichkeiten des historischen Ansitzes ist ein stilvolles Bistro-Restaurant einbezogen, das erlesene Weine, feine Kuchen, Kaffeespezialitäten sowie eine ausgesuchte Speisekarte bietet. Zudem sind sich die besonderen Räume ideal für größere Gesellschaften wie Hochzeiten oder Jahrgangsfeiern.

Die gesamte Anlage ist weit mehr als eine Produktionsstätte – sie ist ein lebendiger Kulturtreffpunkt, an dem modernes Lebensgefühl und altes Handwerk perfekt harmonieren.

Bei guten Gesprächen und gemeinsamen Liedern – stimmungsvoll von Antonio auf der Gitarre begleitet – ließen wir den Tag in geselliger Runde ausklingen.

                   


„KIRNIG“ ist ein herzhaftes Dialektwort und bedeutet in etwa vital oder kraftvoll
und unsere Gruppe machte sich auf, mit den Öffis, in das schmucke Dorf Aldein.
Nach Ausstieg an der weither sichtbaren Kirche in 1.500 m Höhe, wanderten wir in die ehemalige Kuratei, dem historischen Erbhof im Thal, wo uns Josef Obkircher erwartete. 
Denn ER, gemeinsam mit seinem Schulfreund Andreas Kalser, war 2017 mutig genug, den heutigen innovativen Betrieb zu gründen, nachdem sein Vater die alte Kuratei, 
die diesem einstmals einmal Heimat gedient hatte, käuflich erworben und den urigen Stadel dann seinem Sohn Josef überlassen hat. Somit war der Grundstein für die
 heutigen speziell klimatisierten Räumlichkeiten, gelegt, die diese Form von biologischer und nachhaltiger Landwirtschaft absolut erfordert.

Man verständigte sich auf den streng kontrollierten Anbau von drei hochwertigen Edelpilzen, auf Shitake, auf Kraeuterseitlinge und auf Austernpilze, 
die alle drei über ein sehr gutes Aroma verfügen insbesondere bei Shitake, auch einen gesundheitlichen Effekt aufweisen. 
Als Nährboden dient ein Substrat aus natürlichen Holzspänen. Natürlich brauchten die beiden Aldeiner beim Start viel Wissen und Kreativität, natürlich auch eine Anschubfinanzierung, eine gewaltige Hürde, die die beiden mit Bravour meisterten, um die Produktion anzukurbeln, die nun unter dem bereits weitum bekannten Namen KIRNIG bekannt ist und immer mehr Gruppen und Kunden verlockt, nach Aldein hinaufzukommen. Unser Kompliment gilt den fleißigen Jungunternehmern, die hochengagiert tätig sind.
Bei der Verkostung auf leckeren Bruschette serviert, gab es auch ein guts Glasl hauseigenen Wein, der auf dem Hof von Andreas angebaut wird, erstanden wir natürlich im nahen Hofladen dann auch einige Sackln  und Glaselen mit den schmackhaften edlen Produkten, die unseren Speiseplan, seien es Knödel oder a Schlutzer nunmehr bereichern werden. 

Unser Dank gilt Luise Poernbacher, der Leiterin des Treffpunktes HEIMAT und dem Büroteam der Arbeitsstelle, die uns diesen lehrreichen und gschmackigen Tag bescherten.

Maria Aloisia Spitaler

Treff.Heimat im September 2026

 „Die Säure ist das Licht der Küche …“

Der Einladung zur Besichtigung der Genussmanufaktur WALCHER, an der Gemeindegrenze zwischen Eppan und Kaltern gelegen, lockte 24 Teilnehmer/innen zur Verkostung von edlen Produkten aus dem Überetsch an. Schon beim Eintritt in die Destillerie, angesiedelt in einen mediterran angelegten Garten, zeugte die Vielzahl von Flaschen und Düften von Erfahrung und Kompetenz, wenn es um feine Wein- und Obstbrände, gepaart von einschlägiger Handwerkskunst  (Alkohol, edle Holzfaesser, Luftzufuhr, Temperatur, Porphyrstein, auch der Essigmutter).
In diesem Gebäude und den Hallen, eröffnet 2019, werden heimische Prädikats-Weine und edle Bio-Obstsorten, auch z.B. Zitronen, Datteln, Holunder, Granataepfel, Zirben u.v.a. mehr, zu Essigspezialitäten und Basamico’s  verarbeitet, sodass die bekannte Südtiroler Gutsbrennerei, bereits in 9. Generation tätig, neben der bekannten Produktpalette von Wein- und Obstbränden, auch den Spirituosen, nunmehr zusätzlich ein nicht-alkoholisches Produkt anbieten kann. Ganz nach dem Motto „Die Säure ist das Licht der Küche“ destilliert man dabei regionale Bio-Rohstoffe nach traditionellen Verfahren. In einem modernen Verkostungsraum,
wurde die Gruppe dann mit all ihren Sinnen – und nicht allein durch riechen und schmecken – zur Verkostung eingeladen.
Ein erster leichter Herbst-Schauer tat diesem Erlebnis keinen Abruch und so kehrten wir – mit Tasch’len und Flasch’len beladen – noch auf ein Kaffee-le in der Eppaner Bahnhofsbar ein, einem Unicat per se. Allem voraus bei Frau Luise Pörnbacher, aber auch dem Team der Arbeitsstelle in Bozen, bedanken wir für uns herzlich für dieses erkenntnis- und absolut genussreiches Erlebnis !!!

Maria Aloisia Spitaler